Der Begriff "Alternative Fakten" ist zum Unwort des Jahres 2017 gekürt worden. Das entschied eine unabhängige und ehrenamtliche Juri um Linguistikprofessorin Nina Janich. Die Bezeichnung, die demnach 65 Mal vorgeschlagen worden war, sei "der verschleiernde und irreführende Ausdruck für den Versuch, Falschbehauptungen als legitimes Mittel der öffentlichen Auseinandersetzung salonfähig zu machen".

Der Ausdruck geht ursprünglich auf Kellyanne Conway zurück. Damit hatte die Beraterin von Donald Trump die falsche Tatsachenbehauptung bezeichnet, zur Amtseinführung des US-Präsidenten Anfang 2017 seien so viele Feiernde auf der Straße gewesen wie nie zuvor bei entsprechender Gelegenheit. "Der Ausdruck ist seitdem aber auch in Deutschland zum Synonym und Sinnbild für eine der besorgniserregendsten Tendenzen im öffentlichen Sprachgebrauch, vor allem auch in den sozialen Medien, geworden", sagte die Sprecherin der Jury, Janich. Er stehe "für die sich ausbreitende Praxis, den Austausch von Argumenten auf Faktenbasis durch nicht belegbare Behauptungen zu ersetzen".

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